Wie können Campingbetriebe mit den Veränderungen im Energiebereich umgehen? Welche Funktion können Umweltzeichen bei der Orientierung für Gäste übernehmen? Und warum sind klare, nachvollziehbare Informationen wichtig? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das ECOCAMPING-Netzwerktreffen am 22. September 2026 im Umweltbundesamt in Dessau-Roßlau.
Für Camper*innen können diese Themen bei der Reiseplanung relevant sein: etwa bei der Suche nach einem Campingplatz mit einer bestimmten Auszeichnung, bei der Bewertung von Umweltinformationen oder bei Fragen zur Ausstattung vor Ort. Das Treffen verband deshalb Einblicke aus Energiepolitik, Campingpraxis und Umweltzeichen.
Energiefragen in der Campingpraxis
Ein Schwerpunkt des Tages lag auf energiepolitischen Entwicklungen und ihrer Bedeutung für Campingbetriebe. Prof. Dr. Frank Schaal vom Bundesverband der Campingwirtschaft e. V. gab einen Überblick über europäische und deutsche Entwicklungen im Energiebereich. Martin Rolletschek von ECOCAMPING ordnete die Themen mit Blick auf die Praxis von Campingbetrieben ein. Im Anschluss bestand Gelegenheit für Austausch und Diskussion.
Energiefragen betreffen auf Campingplätzen unterschiedliche Bereiche: unter anderem Gebäude und Sanitäranlagen, die Bereitstellung von Warmwasser, Stromversorgung sowie Investitionen in die technische Infrastruktur. Welche Maßnahmen jeweils sinnvoll und umsetzbar sind, hängt unter anderem von Lage, Größe, baulichen Voraussetzungen, Saisonbetrieb und dem jeweiligen Energiebedarf eines Platzes ab.
EU Ecolabel: Kriterien und Revision
Ein weiterer Schwerpunkt des Netzwerktreffens war das EU Ecolabel. Dr. Kristin Stechemesser vom Umweltbundesamt stellte das Umweltzeichen und den Stand der laufenden Revision der Kriterien für touristische Beherbergungsbetriebe vor.
Das EU Ecolabel ist das Umweltzeichen der Europäischen Union. Es kann für Produkte und Dienstleistungen vergeben werden, die die jeweils geltenden Umweltkriterien ihrer Produktgruppe erfüllen. Zum Anwendungsbereich der Kriterien für touristische Beherbergungsbetriebe gehören auch Campingplätze. Die Kriterien erfassen mehrere Umweltbereiche, darunter Energieeinsatz, Wasserverbrauch, Abfall- und Abwassermanagement sowie Aspekte der Beschaffung und des Betriebsmanagements.
Die derzeit gültigen Kriterien für touristische Beherbergungsbetriebe wurden bis Ende 2027 verlängert. Parallel dazu arbeitet die Europäische Kommission an ihrer Überarbeitung. Ziel der Revision ist es, die Kriterien vor dem Hintergrund technischer, wirtschaftlicher und regulatorischer Entwicklungen weiterzuentwickeln. Erfahrungen von Betrieben können dabei wichtige Hinweise liefern, wie sich Anforderungen in der Praxis umsetzen und überprüfen lassen.
Gemeinsam an der Zukunft arbeiten
Das Netzwerktreffen im Umweltbundesamt zeigte, wie eng Energiefragen, Umweltzeichen und transparente Kommunikation im Campingbereich miteinander verbunden sind. Der Austausch zwischen Campingwirtschaft, Umweltbundesamt und ECOCAMPING schafft Raum, praktische Erfahrungen in aktuelle Entwicklungen einzubringen.
Für Camper*innen kann das bedeuten: Informationen genauer einzuordnen und einen Campingplatz nach den Kriterien auszuwählen, die zum eigenen Urlaub passen. Auf ECOCAMPS lassen sich Campingplätze unter anderem anhand ausgewiesener Auszeichnungen und bestimmter Merkmale recherchieren.
Bild oben: Gruppenfoto Teilnehmende (NaturistenCamp Sonnensee, Camping am Lippesee, Camping Zuruf, Naturcamping Usedom, Camping Bullerby am Attersee, Uhlenköper Camp Uelzen, Bio Naturidyll Wiesengrund, Camping Drei Gleichen, vorn rechts Frau Dr. Stechemesser vom Umweltbundesamt, hi rechts Prof. Dr. Frank Schaal vom BVCD e.V.)